Lauf zwei: Priaulx siegt in Zolder
Von der Pole-Position zu Platz eins: BMW Fahrer Andy Priaulx schnappte sich den Sieg im zweiten Rennen von Belgien vor Rob Huff und Tiago Monteiro.
Das spannende zweite Rennen von Zolder endete mit einem Sieg für die Lokalmatadoren: Andy Priaulx (BMW Team RBM) bescherte seinem Teamchef Bart Mampaey und BMW Motorsport Direktor Mario Theissen einen weiteren Rennerfolg. Der dreimalige Weltmeister setzte sich nach 13 Runden gegen Rob Huff (Chevrolet) und Tiago Monteiro (SR) durch und holte seinen dritten Saisonsieg.
Priaulx profitierte dabei von seiner Pole-Position, die er beim Start mustergültig in die Führung ummünzen konnte. Hinter dem BMW Fahrer fädelte sich das Feld einmal mehr sauber in die erste Kurve ein, doch erste Verluste hatte es bereits davor gegeben: Noch auf der Aufwärmrunde war der Sieger aus Lauf eins, Jordi Gené (SR) zurückgefallen - der Spanier musste die Box ansteuern.
Priaulx fährt souverän zum Sieg
Einen alles andere als optimalen Start erwischten auch Norbert Michelisz (Zengo) und Tom Coronel (SR): Beide SEAT-Fahrer kamen nur schlecht vom Fleck und büßten auf den ersten Metern einige Positionen ein, sodass sich die Spitze zunächst ohne Michelisz und Coronel absetzte. Priaulx führte dabei einen Rattenschwanz von zahlreichen Verfolgern an, leistete sich aber keinen Fehler.
Zur Rennhälfte gelang es dem Briten sogar, eine kleine Lücke zu Huff und Monteiro aufzubauen, während Letztere miteinander im Clinch lagen. Monteiro versuchte immer wieder, sich neben den Chevrolet-Piloten zu setzen, konnte aber keinen ernsthaften Überholversuch wagen. Im breiten Mittelfeld ging es indes munter zur Sache - einige Fahrfehler wurden gnadenlos ausgenutzt.
Erst erwischte es Harry Vaulkhard (Bamboo Engineering): Der WTCC-Neuling hatte Glück im Unglück, als sich ein Reifen seines Lacetti verabschiedete und das Auto geradeaus in die großzügig dimensionierte Auslaufzone raste. Auch Michel Nykjaer (Sunred) war im Pech: Der dänische Rennfahrer räubert etwas zu hart, drehte sich und ruinierte sich dabei den linken Hinterreifen.
Hernández gewinnt die Privatierwertung
Damit war das Rennen für Nykjaer vorzeitig beendet, wohingegen Teamkollege Fredy Barth (Sunred) noch gut dabei war. Der Schweizer hatte sich hinter Priaulx, Huff, Monteiro, Alain Menu (Chevrolet), Yvan Muller (Chevrolet), Gabriele Tarquini (SR), Michelisz und Augusto Farfus (BMW Team RBM) festgesetzt, rodelte allerdings einmal durch den Kies und musste sich gegen die Privatiers wehren.
Dies gelang Barth zunächst vorzüglich, ein zweiter Ausritt kostete den Rookie aber schließlich einige Plätze, sodass er das Rennen nur auf Rang 18 beendete. Sergio Hernández (Proteam) fegte indes bis auf Rang neun nach vorne und sicherte sich den Sieg bei den Privatfahrern. Die weiteren Positionen dieser Wertung gingen an Kristian Poulsen (Poulsen) und Darryl O'Young (Bamboo Engineering).
Letzterer rückte allerdings nur in die Top 3 vor, weil Stefano D'Aste (Proteam) und Mehdi Bennani (Wiechers) ein spannendes Duell ausgetragen hatten, in dessen Folge letztendlich beide an Boden verloren. Bennani strandete eine Runde vor Schluss und konnte das Rennen nicht beenden - D'Aste rettete Rang vier ins Ziel und verwies Lokalmatador Pierre-Yves Corthals (Exagon Engineering) auf Platz fünf.
Die beiden SEAT-Fahrer Jordi Gené und Gabriele Tarquini bescherten ihrem SR-Team bei der Premiere in Zolder einen lupenreinen Doppelsieg
Wenn Wünsche in Erfüllung gehen: Jordi Gené (SR) liebäugelte nach der Qualifikation vom Samstag noch lautstark mit dem Sieg im ersten Rennen von Zolder, nur einen Tag später hat der Spanier eben diesen Erfolg in der Tasche. Gené setzte sich am Start souverän gegen seinen Teamkollegen Gabriele Tarquini (SR) durch und bestimmte in der Folge das Geschehen von der Spitze aus.
Genau wie auf den Toprängen, so entschieden sich auch die Positionen im Mittelfeld zumeist schon auf den ersten Metern. Hinter dem führenden SR-Duo bogen Yvan Muller (Chevrolet), Alain Menu (Chevrolet) und Tiago Monteiro (SR) in die Schikane nach der Gegengeraden ein - und sollten diese Plätze bis zum Schluss nach 13 Rennrunden auch halten. Erst ab Rang sechs gab es einige Verschiebungen.
Wenige Überholmanöver auf den Toppositionen
Rob Huff (Chevrolet) legte sich den stark auftretenden Norbert Michelisz (Zengo) zurecht und drückte sich am schnellen Ungarn vorbei auf Position sechs, dahinter bot der Kampf um Rang acht die üblichen aufregenden Momente. Tom Coronel (SR) hatte sich gleich nach dem Start auf dem so wichtigen Platz festgesetzt, musste sich in Runde acht allerdings dem Druck machenden Andy Priaulx beugen.
Der BMW Team RBM Fahrer nutzte einen leichten Fahrfehler seines Konkurrenten gnadenlos aus, stach in die plötzlich vorhandene Lücke und sicherte sich damit die Pole-Position für Lauf zwei - Coronel musste sich mit dem undankbaren neunten Rang zufrieden geben. Als Zehnter fegte Augusto Farfus (BMW Team RBM) ins Ziel, der sich ein spannendes Duell mit Fredy Barth (Sunred) geliefert hatte.
Poulsen holt sich den Klassensieg bei den Privatiers
Bei den Privatiers verhinderte Kristian Poulsen (Poulsen/12.) einen Heimerfolg von Pierre-Yves Corthals (Exagon Engineering), der lange Zeit die Klassenführung inne hatte. Unmittelbar nach der Rennhälfte ging BMW Fahrer Poulsen an SEAT-Pilot Corthals vorbei, schnappte sich so den Spitzenplatz und wenig später auch den Klassensieg von Zolder. Rang drei ging an Sergio Hernández (Proteam).
Der Spanier setzte sich seinerseits gegen Mehdi Bennani (Wiechers), Harry Vaulkhard (Bamboo Engineering) und Stefano D'Aste (Proteam) durch - für Darryl O'Young (Bamboo Engineering) und Franz Engstler hielt das erste Rennen indes nur wenig Positives bereit: O'Young wurde schon in Runde eins in eine Kollision verwickelt, Engstler musste sein Rennfahrzeug vorzeitig abstellen.
Beinahe hätten auch Hernández und Bennani das Rennen nicht beendet - in der letzten Runde gerieten sich die beiden BMW Piloten noch einmal in die Haare, als Hernández nach einem kurzen Ausritt massiv an Geschwindigkeit verlor. Der spanische Rennfahrer rettete sich zurück auf den Kurs, landete dabei direkt vor Bennani, der allerdings trotz größter Mühen keinen Weg vorbei fand.

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